Was ist Nahwärme? Nahwärmenetze sind kleine Wärmenetze, z.B. für einzelne Straßen oder Quartiere. Genauso wie bei der Fernwärme, wird die Wärme über Rohre zu den Häusern transportiert. Bei der Nahwärme ist die Wärmegewinnung allerdings sehr nah an dem Ort, an dem die Wärme auch verbraucht wird, was die Verluste reduziert. Viele Vorteile hat dabei die „kalte Nahwärme“, bei der das Wasser im Verteilungsnetz nur eine Temperatur von etwa 6 bis 25 °C hat. Die Mainzer Fernwärme, zum Vergleich, hat eine Temperatur von 120 °C. (Quellen: Praxisleitfaden 'Nahwärme' der Energieagentur RLP und Webseite der Stadtwerke Mainz zu 'Fernwärme') Durch die niedrigen Temperaturen reichen normale, unisolierte Wasserrohre aus, um das Wasser zu den Häusern zu leiten, was die Installationskosten erheblich verringert. Außerdem ist es einfacher und kostengünstiger das Wasser auf diese Temperatur aufzuwärmen, z.B. über Erdsonden am Straßenrand.In den Häusern wird das Wasser dann über Wasser-Wasser-Wärmepumpen auf die gewünschte Betriebstemperatur erhitzt, was Dank des vorgewärmten Wassers sehr effizient und mit geringem Platzaufwand möglich ist.
Quelle: erdwärme-dich.de
Ein erfolgreiches Beispiel für kalte Nahwärme im Bestand ist z.B. die Humboldstraße in Bremen (Machbarkeitsstudie der Energieagentur RLP zur Humboldstraße).
Stand in Mainz Kalte Nahwärme gibt es in Mainz bereits im Neubaugebiet in der ehemaligen Brauerei Wormser Straße. Vier weitere Neubaugebiete mit kalter Nahwärme sind in Planung - von 9 in Planung befindlichen Neubaugebieten (s. Anlage 1 vom Wärmemasterplan 2.0). Im Bestand gibt es bis jetzt keine fertiggestellten Nahwärmenetze. Ausgehend von einer Nachbarschaftsinitiative in Gonsenheim gibt es erste Planungen für ein Pilotprojekt mit dem Namen „An der alten Reithalle“. Stand April 2024 liegt allerdings noch keine Genehmigung der Stadt für die Bohrung der notwendigen Erdsonden auf öffentlicher Fläche vor.