Mainz verfügt über ein Straßenbahnnetz, dessen Gesamtlänge geringer ist als die von anderen vergleichbaren Städten mit Tram-Angebot. Dieses soll erweitert werden. Eine Strecke in der Binger Straße befindet sich in der Baurechtschaffung. Diese Strecke dient jedoch primär betrieblichen Belangen und führt nicht zu einer nenneswerten Neuerschließung von Fahrgast-Potentialen. Weit im Vorfeld der Planung befindet sich eine andere angedachte Planung zur (nachträglichen) Erschließung des Neubaugebietes Heiligkreuzviertels. Diese Planung erinnert an die Fehler der 60er Jahre, als zuerst die Baugebiete errichtet wurden und erst dann über die ÖPNV-Erschließung nachgedacht wurde. Weitere Ausbau-Planungen zum Innenstadt-Ring, eine Verbindung nach Wiesbaden und zweite Strecke zum Betriebshof sind noch im Status der Vorüberlegungen. Sie werden daher kurz- und mittelfristig nicht klimawirksam und sind daher für dieses Monitoring kaum relevant.
Das Busliniennetz und Angebot besteht weitgehend unverändert, ohne dass größere Ausweitungen mit Einfluss auf die Fahrgastnutzung - und damit Verlagerungspotential von Pkw-Fahrten - vorliegen. Attraktive Schnellbusverbindungen im Berufsverkehr z.B. vom Lerchenberg über Finthen, Gonsenheim zur Wiesbadener Innenstadt über die Schiersteiner Brücke fehlen nach wie vor, obwohl große Pendlerverflechtungen bestehen.
Von großer Bedeutung wäre die Verdichtung und Beschleunigung des regionalen Schienenverkehrsnetzes innerhalb des Rhein-Main-Gebietes. Schon seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die Kapazitätsgrenzen auf diesen Strecken überschritten sind. Gleichwohl hat sich an der Situation wenig geändert. Weiterhin existiert keine durchgängig vierspurige Strecke zu den benachbarten Oberzentren Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt. Richtung Alzey bestehet sogar nur eine eingleisige Strecke. Reisezeitverkürzungen und Taktverdichtungen sind daher kaum möglich.
Die Zuständigkeit für die Ausbauplanung und Angebotsvorhaltung im SPNV liegt jedoch primär in der Landes- und Bundeszuständigkeit, sodass die Stadt Mainz auf die Qualität über wenig Einflussmöglichkeiten verfügt. Die Stadt Mainz kann jedoch unterstützend wirken, indem sie Liegenschaften für Trassenausbauten aufkauft und der DB AG zum Kauf bereitstellt. Sowie im Flächennutzungsplan den viergleisigen Ausbau Richtung Rüsselsheim, Wiesbaden, Ingelheim sowie den zweigleisigen Ausbau nach Alzye als Verkehrsfläche festlegt.
Langfristig ohne Zweifel positiv für die Stärkung des Umweltverbundes. Doch ohne jede positive Wirkung für den Klimaschutz **vor **2030. Der angestrebte Rahmenzeitplan ist zwar realistisch, aber zeitlich wenig ambitioniert.
Die Umsetzung der Planungsüberlegungen (derzeit weit in der Vorphase) können bei Regierungswechsel schnell gefährdet werden.
Mit dem Stadtrats-Beschluss 0943/2020 hatte der Stadtrat einen Beschluss/ Absichtserklärung zum Ausbau des Straßenbahnnetzes beschlossen (Antrag GRÜNE/ SPD/ FDP).
Gegenstand des Antrags ist die (Vor-)Planung für folgende Projekte: