16. Öffentlichen Personennahverkehr verbessern

Maßnahmen in Arbeitin Arbeit
Sektor:
Mobilität
Beginn:
15.12.2022
Zuständigkeit:
Amt für Mobilität und Tiefbau

Beschreibung

Formulierung aus dem Sofortigen Klimaaktionsplan:

Dem ÖPNV wird im gesamten Stadtgebiet insbesondere durch entsprechende Ampel- und Signalschaltungen und eigene Fahrspuren im Haltebereich soweit möglich Vorrang gewährt. Die Mobilitätsangebote sollten barrierefrei gestaltet sein und sozialverträglich angeboten werden. Die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel (z. B. die Mitnahme von Zweirädern) sollte gewährleistet werden. Es sollte das Ziel sein, die Frequenz der bestehenden Stadtbuslinien in der Hauptverkehrszeit bedarfsorientiert auf einen 15-Minuten-Takt zu entwickeln. Expressbusverbindungen werden ausgebaut. Alle Stadtbezirke sollten durch einen Expressbus-Ring verbunden werden. Express-Bushaltestellen sind mit ausreichend Fahrradständern zu versehen, welche überdacht sein sollten.

Was muss getan werden?

Für die gesamte Stadtbevölkerung soll ein ÖPNV-Angebot vorgehalten werden, dass unterschiedlichen verkehrlichen Belangen und Mobilitätsbedürfnissen entspricht. Grundlage hierfür ist ein aufzustellender Nahverkehrsplan. Der Busverkehr in Rüsselsheim soll für die Bevölkerung ein hohes Maß an Attraktivität haben, um den Umstieg auf den ÖPNV zu fördern. Ein ÖPNV-System ist dann für Fahrgäste attraktiv, wenn

  1. kurze Fahrzeiten gewährleistet werden können.
  2. funktionierende und sinnvolle Anschlüsse angeboten werden.
  3. eine hohe Taktfrequenz angeboten werden kann.
  4. gute Erreichbarkeit der nächstliegenden Haltestelle gewährleistet wird.

Für einen effektiven Klimaschutz im ÖPNV-Sektor muss zudem die sukzessive Umstellung von Dieselbussen auf Busse mit batterieelektrischem Antrieb erfolgen. Im Ergebnis aus einer Machbarkeitsstudie bei den Stadtwerken Rüsselsheim hat sich zur Erfüllung der Vorgaben des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz als wirtschaftlichste Variante die Umstellung des Fuhrparks auf batterieelektrische Antriebe mit Hybridheizung und kleiner Batterie sowie der reinen Depotladung mit Standard-Ladeleistungen von 150 kW erwiesen.

Der Verkehrsbetrieb kann in dieser Variante ohne einen Fahrzeugmehrbedarf gegenüber der Diesel-Flotte vollzogen werden, sofern keine neuen Anforderungen durch den Nahverkehrsplan (NVP) an den Verkehrsbetrieb gestellt werden.

Gemäß dem Personbeförderungsgesetz ist eine vollständige Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr seit dem 01.01.2022 zu gewährleisten. Zu diesem Zweck werden jährlich im Durchschnitt sechs Haltestellen in Rüsselsheim vollständig barrierefrei ausgebaut. Der barrierefreie Ausbau geht mit einer deutlichen Attraktivitätssteigerung der Haltestelllen durch ausreichend dimensionierte Wartebereiche, beleuchtete Fahrgastunterstände und Sitzgelegenheiten einher.

Effekt auf CO2-Reduktion:

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und dessen Attraktivitätssteigerung ist Voraussetzung, damit mehr Menschen private Pkw-Fahrten vermeiden, sodass CO2-Reduktionen erzielt werden können.

Unter Berücksichtigung der Emissionen bei der Herstellung des Betriebs und der Annahme, dass klimaneutraler Strom genutzt wird, können durch den Einsatz von batterieelektrischen Stadtbussen die Treibhausgasemissionen um ca. 88 % gegenüber der Diesel-Variante reduziert werden.

Notwendiges Investitionsvolumen / Jährlicher Haushaltsbedarf:

Für die Umstellung des Busbetriebs auf emissionsfreie Antriebe fallen bei den SWR erhöhte Investitions- und Betriebskosten an. Für die Errichtung der Ladeinfrastruktur ist im ersten Schritt eine Investition in Höhe von rund 1,218 Mio. Euro erforderlich. Bei den batterieelektrischen Bussen sind investive Mehrkosten gegenüber Dieselbussen von rund 250.000 Euro je Solobus bzw. 350.000 Euro je Gelenkbus zu erwarten. (Zahlen aus der Machbarkeitstudie). Die tatsächlich zu erwartenden Mehrkosten sind von der Preisentwicklung den kommenden Jahren sowie den Fördermöglichkeiten abhängig.

Bewertung der geplanten Maßnahme

Bewertung (Stand Oktober 2025):

Der Status weiterhin auf "Gelb = in Arbeit" bewertet (Stand: Oktober 2025)

Begründung Umsetzungsstand

Was wurde bisher erreicht?

Der Prozess zur Neuaufstellung des lokalen Nahverkehrsplans der Stadt Rüsselsheim am Main wurde im Jahr 2024 begonnen. Es ist vorgesehen, dass die Fertigstellung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2026 erfolgen kann. Der Nahverkehrsplan geht in die nächste Stufe der Planung, 1 HJ / 2026. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 ist bereits eine Anpassung des Stadtbusangebots als erster Umsetzungsschritt des in der Entwicklung befindlichen Nahverkehrsplans vorgesehen, durch den das ÖPNV-Angebot am Abend und am Wochenende deutlich attraktiver wird. Die Anpassung erfolgt ohne weiteren Fahrzeug- oder Personalbedarf bei den Stadtwerken.

Die Machbarkeitsstudie zur Elektrifizierung der Busflotte der Stadtwerke wurde durchgeführt und die Umsetzung beschlossen.

Für den barrierefreien Ausbau der Rüsselsheimer Bushaltestellen wurde ein Regel-Bauprogramm aufgestellt. Dabei werden entsprechend einer zwischen Stadt und Verkehrsbetrieben abgestimmten Priorisierungsliste, die die Netzbedeutung, Fahrgastzahlen und benachbarte Ziele der Haltestellen berücksichtigt, jährlich Haltestellen ausgebaut. Derzeit werden die Bauarbeiten des 6. Bauabschnitts abgeschlossen. Die Bauleistungen für den 7. Bauschnitt befinden sich aktuell in der Ausschreibung.

Was fehlt?

Nach der Beschlussfassung ist die Umsetzung der im Nahverkehrsplan definierten Maßnahmen notwendig. Das entwickelte Umsetzungskonzept sieht unter Berücksichtigung der erforderlichen Vorlauf- und Lieferzeiten eine schrittweise Umrüstung der Busflotte ab dem Jahr 2025 vor. Bei einem Austausch von zwei Bussen pro Jahr ist die Umstellung der kompletten Busflotte auf batteriebetriebene Busse im Jahr 2037 abgeschlossen. Da gegenwärtig keine Fördermittel zur Verfügung stehen, wurden bisher keine batterieelektrischen Busse angeschafft. Eine Auslösung einer Bestellung im Jahr 2025 führt zu einer frühsten Lieferung im ersten Halbjahr 2027. Die Ladeinfrastruktur sollte in zwei Schritten aufgebaut werden. Weiterer Ausbau der Haltestellen in Rüsselsheim, bis für alle Haltestellen eine vollständige Barrierefreiheit erreicht ist.