Im Handlungsfeld Verkehr versprechen der Umstieg auf den Umweltverbund, insbesondere den Fahrradverkehr, sowie der Wechsel vom Verbrennermotor auf batterieelektrische Fahrzeuge die größten Effekte.
Der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den Umweltverbund (Fuß, Fahrrad, ÖV) hat Vorrang. Da in Buchholz sehr viele kurze Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden, besteht hier ein hohes Potenzial zur Steigerung von Fahrrad- und Fußverkehr durch Bereitstellung attraktiver Infrastruktur. Aspekte der Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit sind für diesen Bereich zentrale Erfolgsfaktoren. Auf die Steigerung des Fahrradverkehrs sollte in Buchholz das Hauptaugenmerk gerichtet werden.
Für weitere Strecken (insbesondere Pendlerstrecken nach Hamburg) steht der Umstieg auf den öffentlichen Personenverkehr im Vordergrund. Hier ist jedoch insbesondere für Pendler:innen nach Hamburg das Potenzial durch die hohe Auslastung der Gleise – insbesondere zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg-Hauptbahnhof – und Züge begrenzt.
Ist eine Verlagerung des MIV auf den Umweltverbund nicht möglich, gilt es, vom Verbrennermotor auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zu wechseln. Mit höheren Effizienzen sorgen BEV für einen Rückgang des Energiebedarfs und eine Emissionsreduktion. Analog zu deutschlandweiten Szenarien wird für Buchholz eine Verteilung auf die unterschiedlichen Antriebsarten von 13 % Diesel, 33 % Benziner, 42 % BEV und 5 % Hybrid (PHEV) angesetzt. An dieser Stelle offenbart sich also ein kritischer Punkt für das Erreichen der Klimaneutralität 2035, da bis 2035 voraussichtlich nicht ausschließlich mit Ökostrom betriebene BEV auf den Buchholzer Straßen fahren werden.
Das Potenzial einer Veränderung des Modal Split der Wege im Jahr 2035 im Vergleich zu 2012 wird für Buchholz folgendermaßen eingeschätzt: 27 % MIV-Fahrer:innen (2012: 49 %), 6 % MIV-Mitfahrer:innen (2012: 10 %), 16 % ÖPNV (2012: 14 %), 30 % Fahrradverkehr (2012: 14 %) sowie 21 % Fußverkehr (2012: 12 %). 2024 fand eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten statt. Danach sieht der Modal Split wie folgt aus: 39 % MIV-Fahrer:innen, 5 % MIV-Mitfahrer:innen, 17 % ÖPNV, 24 % Fahrradverkehr sowie 15 % Fußverkehr.
Das Hamburg Institut empfiehlt, das Handlungsfeld Verkehr nicht nur am Maßstab der kommunalen Klimabilanz zu orientieren (hier wäre ein mit Ökostrom fahrender Pkw nahezu klimaneutral für die Kommune), sondern auch mithilfe von zusätzlichen Kriterien der Nachhaltigkeit und städtischen Lebensqualität (Lärm, Feinstaub, erhöhte Platzbedarfe für den MIV etc.) zu bewerten.
Quelle: Klimaaktionsplan Stadt Buchholz, Erläuterungsbericht, Hamburg Institut (2022)