Wärme

Das Bremer Fernwärmenetz soll bis 2038 in seiner Länge verdoppelt werden und zu 100% CO₂-freie Wärme erzeugen.

Beschreibung

Letzte Änderung 02.11.2024

Sektorvision

Die Enquetekommission hat in ihrem Abschlussbericht die folgenden Empfehlungen ausgesprochen:

  1. Verdichtung und Ausbau des Fernwärmenetzes. Dazu ist die Erstellung eines umfassenden kommunalen Wärme(netz)plans nötig. Bis 2030 sollte eine Erweiterung auf 120 km Haupttrasse und 260 km Anschlussleitung erfolgen. Dies erfordert ca. 100 km zusätzliche Trasse. Bis 2038 muss eine Verdoppelung des aktuellen Fernwärmenetzes erfolgt sein. Zusätzlich wird als Unterpunkt empfohlen, dass bei Fortbestand des Kraftwerkstandorts Farge ein Fernwärmenetz in Bremen-Nord aufgebaut werden soll.
  2. Einbezug grüner Fernwärme, u. a. große Wärmepumpen, industrielle Abwärme, Solarthermie, Wasserstoff-KWK. Daraus ergibt sich, dass bis 2030 der Anteil der Fernwärme-Versorgung aus fossilen Energien auf 2% zurückgeht. Der Anteil aus Abfallverwertung soll sich im gleichen Zeitraum auf 9-14% belaufen.
  3. Ausweisung Vorrangflächen für Solarthermie und Saisonwärmespeicher. Hierfür sollen in Bremen 21,5 ha und in Bremerhaven 5 ha Vorrangfläche ausgewiesen werden, die Wärmespeicher in einer Größe von 1 Million m³ in Bremen und 200.000 m³ in Bremerhaven bereitstellen. (Die genauen notwendigen Flächen, Volumen und Potenziale sind dabei noch genauer zu erheben, bei einem hohen Grundwasserspiegel werden entsprechend größere Gesamtflächen nötig.)
  4. Für die Gebäudewärme wird kein Erdgas verbraucht. Das Gasnetz wird zu einem Wasserstoffnetz transformiert und deutlich verkleinert.

Einzelmaßnahmen aus dem Bremer Klimaaktionsplan:

Auf kommunaler Ebene sind für die Stadt Bremen die folgenden Maßnahmen im Klimaaktionsplan enthalten:

Hintergrund

Bereits 2020 wurde von der swb/wesernetz eine Studie über den Wärmebedarf bis 2050 als Grundlage für die Bedarfsberechnung in Bremen und Bremerhaven in Auftrag gegeben. Ebenso haben Averdung und das Hamburg-Institut 2021 im Auftrag der Bremischen Bürgerschaft eine Analyse der zukünftigen CO₂-neutralen Wärmeversorgungsoptionen verfasst. Die Ergebnisse der Analyse wurden von der Enquetekommission grundsätzlich übernommen. Lediglich der Einsatz von Biomasse wurde auf konstantem Niveau gehalten sowie die Nutzung der industriellen Abwärme angepasst.

In der Stadt Bremen bestehen drei große Fernwärmenetze (West, Ost, Uni/Horn-Lehe), von denen das Ost- und Uni-Netz 2024 durch eine neue Trasse zu einem Netz zusammengeschlossen werden. Dabei werden die beiden Nahwärmegebiete Kulenkampffallee und Crüsemannallee in den Verbund eingegliedert (wesernetz: Eine neue Fernwärme-Verbindungsleitung für Bremen).

Darüber hinaus wird in Bremen-Nord ein Fernwärmenetz gebaut, das durch das bestehende Kraftwerk in Blumenthal mit Abwärme versorgt wird (hkw und enercity bringen grüne Wärme nach Bremen-Nord).